Kants Kritik an Ontologischen GottesbeweisenVon der Unmöglichkeit Ontologischer Beweise vom Dasein Gottes28.07.2009 Bettina Ickelsheimer
Kants Kritik an den Ontologischen Gottesbeweisen setzt am Begriff Gottes an, der laut den benutzten Definitionen die Existenz logisch impliziert.
Kant behauptet, dass es unmöglich sei einen Ontologischen Aufweis von Gottes Existenz zu führen, weil ein Begriff, wie der Gottes als das 'allerrealste Wesen', wie er es schreibt, die Existenz zwar logisch impliziert, aber dies treffe nur auf Urteile über Dinge zu; nicht auf die Dinge und ihr Dasein selbst (vgl. Immanuel Kant, Kritik der reinen Vernunft, Stuttgart 1985, S. 629). Es geht also um die logische Notwendigkeit in Urteilen, um sprachliche Logik, die aber eben nicht auf die Sache selbst übertragbar ist. D.h. die Existenz wird im Urteil wohl gesetzt, da sich ein Widerspruch ergeben würde, würde man sagen, dass ein 'allerrealstes Wesen' nicht ist. Aber es handelt sich dabei dennoch nur um ein sprachliches Problem. Logisch betrachtet ergäbe sich natürlich ein Widerspruch, würde man dies behaupten. Da man aber logische Sätze/Urteile nicht, schlicht weil man sie bilden kann, in die Realität übertragen kann, bedeutet ein logisch richtiges Urteil noch keine Notwendigkeit in der Wirklichkeit; nur evtl. eine Möglichkeit. Der große Fehler der Ontologischen BeweiseLaut Kant liegt der Fehler der Ontologischen Beweise darin: „Ihr habt schon einen Widerspruch begangen, wenn ihr in den Begriff eines Dinges, welches ihr lediglich seiner Möglichkeit nach denken wolltet, es sei unter welchem versteckten Namen, schon den Begriff seiner Existenz hinein brachtet.“(vgl. Immanuel Kant, Kritik der reinen Vernunft, Stuttgart 1985, S.632) Für Kant ist dies aber bloße Tautologie, denn „das Wort: Realität, welches im Begriffe des Dings anders klingt, als Existenz im Begriff des Prädikats, macht es nicht aus.“(vgl. Immanuel Kant, Kritik der reinen Vernunft, Stuttgart 1985, S.632) Was Kant sagen will ist, dass ein Begriff für ein Ding, der die Möglichkeit seiner Existenz beinhaltet, wie eben die Bezeichnung Gottes als 'allerrealstes Wesen', etwas anders aussagt, als dies ein reales Prädikat tut, weil das setzen eines Begriffes wie Gott immer beinhaltet, dass Gott ist im Sinne von: Dieser Begriff ist existent – im Kopf und eben als Begriff. Das bedeutet aber nicht, dass Gott in Wirklichkeit existiert, auch wenn die Bezeichnung 'allerrealstes Wesen' dies nahelegt. Behauptet man nun 'Gott ist', weil die benutzte Definition dies nahelegt, verdoppelt man im Grunde nur, was mit dem Subjekt bereits ausgesagt ist. 'Sein' ist nämlich kein reales Prädikat. Ein reales Prädikat, „...d. i. ein Begriff von irgend etwas, was zu dem Begriffe eines Dinges hinzukommen könne.“(vgl. Immanuel Kant, Kritik der reinen Vernunft, Stuttgart 1985, S.633) Durch 'sein' kommt aber nichts hinzu. 'Ist' macht das Subjekt nicht wirklicher. Wenn man also sagt 'Gott ist', bzw. das 'allerrealste Wesen ist', hat man auch nur eine Aussage gemacht, die nichts in der Realität zu bedeuten hat. Die logische Notwendigkeit bedeutet nur eine reale MöglichkeitDinge, die man sich vorstellen kann, die im Denken existieren, müssen von Gegenständen, die man über die Sinne wahrnimmt, unterschieden werden. Deren Existenz kann man unmittelbar erkennen. Objekte des Denkens dagegen sind nicht auf diese Art erkennbar – sie entziehen sich der Empirie. Deshalb kann nur angenommen werden, diese Dinge könne es in der Realität geben. Die Annahme einer Möglichkeit, nur weil man das Ding denken kann und seine Definition vielleicht auf logischer Ebene die Existenz beinhaltet, ist aber eben kein Beweis. Auf sprachlich-logischer Ebene existieren Objekte des Denkens ja wirklich – als Begriffe. Aber diese wiederum beinhalten lediglich die Möglichkeit einer Existenz in der Realität. Dies gilt eben auch für den Begriff Gottes als das 'allerrealste Wesen'. Er impliziert wohl die Existenz auf logisch-sprachlicher Ebene, und der Zusatz von 'ist', ist nur eine Doppelung, aber es ist und bleibt ein rein logisches Problem. Unsere Vorstellung von Gott impliziert das 'Sein'. Ja, aber dennoch nur in der Logik unseres Denkens, die nicht uneingeschränkt auf die Realität übertragbar ist. Und ähnlich verhält es sich natürlich auch mit anderen Definitionen Gottes, wie 'das vollkommen Seiende' (siehe Descartes), die in den Ontologischen Beweisen verwendet wurden. Quelle: Immanuel Kant: Kritik der reinen Vernunft, Reclam Verlag, Stuttgart 1985, 1011 Seiten, 14,60 €
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